
Tour 1: Auckland – Wekaweka – 90 Mile Beach – North Cape (Cape Reinga) – Bay of Islands
Ausgangspunkt und Endpunkt für die gesamte Tour durch Neuseeland ist natürlich Auckland, die größte und wohl auch wichtigste Stadt Neuseelands (von manchen auch „heimliche Hauptstadt" genannt). Dort gab es auch die Zulassung für unsere „VEB-Jagdwaffen Suhl"-Zweiräder, allerdings erst nach etwa einer Woche Papierkrieg (wobei ich sagen muss, dass die Beamten vom „Customs-Service" und allen anderen Stellen wirklich sehr nett und hilfsbereit waren!). Es gibt halt bei einer Fahrzeugeinfuhr nach Neuseeland doch einiges zu beachten! Überhaupt lernten wir hier schon sehr schnell die freundliche und hilfsbereite Art der Neuseeländer kennen.
Zunächst geht die Route nach Norden durch ausgedehntes, hügeliges Farmland. Der Verkehr nimmt gleich nach Auckland radikal ab. Ideal also, um den ungewohnten Linksverkehr zu üben und die ersten „Unsealed Gravel"-Roads zu testen ohne gleich mit den sonst so häufigen 20 % Steigungen konfrontiert zu werden. Bei schönem Wetter wird man trotzdem schon hier mit tollen Aussichten belohnt (besonders, wenn man den Highway 1 meidet).
Erste echte Höhepunkte sind dann die Urwälder nördlich von Dargaville, besonders der Waipoua Kauri Forest, dem größten noch erhaltenen Waldgebiet der Nordinsel. Die Kauri-Bäume hier sind über 2000 Jahre alt und wirklich gigantisch groß (sie passen nicht auf ein Foto, wenn man nicht mit einem Fisheye arbeitet). Leider sind sie in der Vergangenheit rücksichtslos abgeholzt worden – bei einem Holzvolumen von 240 Kubikmetern pro Baum und einem Stammdurchmesser von fast 14 Metern natürlich nicht erstaunlich. Heute würde man wahrscheinlich direkt am nächsten Kauri aufgeknüpft werden wenn man sich mit einer Motorsäge zu sehr in die Nähe wagt. Wir hatten das Glück auf dem Weg eine Familie kennen zu lernen, die mitten im Regenwald kleine Ferienhütten mit Küche, Kamin besitzen, und nach einem Kaffee und Kuchen wurden wir kurzerhand eingeladen, dort zu wohnen. Glück vor allem auch deshalb, weil der Regenwald in einer Nacht seinem Namen alle Ehre machte.
Auf der anderen Seite der Insel – am Bay of Islands – zeigt sich die Landschaft von einer ganz anderen Seite. Hier laden schöne Sandbuchten zum Baden ein. Das Bild erinnert mit den Palmen und der heißen Sommersonne ein bisschen ans Mittelmeer.
Das größte Abenteuer im „Northland" war für uns der Tagesausflug über den 90-Mile Beach zum Cape Reinga ganz im Norden. Die Strecke ist für Mietfahrzeuge strikt verboten und bei Motorradfahrern als „Enduro"-Abenteuer bekannt. Zitat Reiseführer: „Haben Sie ein Allradfahrzeug gemietet oder sind Sie auf einer organisierten Bustour, so gibt es zwei Varianten, die Nordspitze Neuseelands zu entdecken. Die eine ist die befestigte Straße, die andere – wesentlich spektakulärere – ist eine Fahrt entlang dem Ninety Mile Beach. Dieser in Wirklichkeit 103 km lange (64 Meilen) Strandabschnitt ist die Attraktion des Nordens schlechthin, vorausgesetzt, man gönnt sich das Vergnügen, mit Spitzengeschwindigkeit darüber zu brausen. Bitte halten Sie sich jedoch wirklich an die Spielregeln, und benutzen Sie den Strandabschnitt nicht mit regulären Mietfahrzeugen. Sie haben im Falle eines Schadens überhaupt keinen Versicherungsschutz." – Kann man da widerstehen??? Die insgesamt 410 km an diesem Tag stellten dann aber letztlich unsere Leistungsfähigkeit auf eine harte Probe. Selten so gut geschlafen!!









